Opfer, Krach und Stille.
Nyepi, das balinesische Neujahrsfest, ist wahrscheinlich der außergewöhnlichste Feiertag auf Bali.
Schon Wochen vor dem Fest basteln Kinder und Jugendliche große Dämonenfiguren (Ogoh-Ogoh) aus Pappmaché. Am Abend des letzten Tages des alten Jahres finden überall auf Bali Umzüge statt, bei denen diese Dämonenfiguren durch die Dörfer getragen werden. Den Dämonen werden an diesem Abend reiche Opfer dargeboten, um sie aus ihren Verstecken zu locken. Die Figuren symbolisieren dabei die Dämonen, die noch in der Nacht mit großem Getöse „vertrieben“ werden und in der Dorfmitte ein feuriges Ende finden.

eine "Ogoh-Ogoh"-Dämonenfigur
Am darauffolgenden ersten Tag des neuen Jahres, dem Nyepi-Fest, herrscht dann Stille auf Bali. Auf diese Weise soll den vertriebenen Dämonen vorgegaukelt werden, dass Bali verlassen wurde und sich eine Rückkehr nicht lohnt. Niemand darf das Haus verlassen, weder Kochen noch Licht sind erlaubt. Selbst der Flughafen stellt seinen Betrieb komplett ein. Nur Krankenwagen mit „eiliger Fracht“ sind geduldet. Traditionelle Wachleute, „Pecalang“ genannt, patrouillieren auf den Straßen. Touristen sind auf ihre Hotels beschränkt. Dieser stille Tag wird auch zu Meditation, Gebet und Besinnung genutzt.

Detailansicht einer Ogoh-Ogoh-Maske
Eine Erfahrung, die man lange behält - Bali kommt zum Erliegen.
Das Neujahrsfest der Balinesen fällt jedes Jahr auf den Neumondtag Mitte März bis Anfang April und richtet sich nach dem Mondkalender der Hindus. Dieses Jahr (2009) ist es der 26. März.







